ERP Podcast: Die größten Fehler und Zeitfresser bei der ERP-Einführung im Mittelstand

Ein ERP-Projekt scheitert selten an der Software. Es scheitert an fehlender Vorbereitung, zu knappen Ressourcen und einem Management, das nicht entscheidet. Im ERP Podcast „Der ERP Checker“ spricht unser Senior ERP Consultant Steve Eckmann darüber, wo Projekte im Mittelstand wirklich kippen und gibt spannende Einblicke in die Praxis der ERP-Projektarbeit.
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Inhaltsverzeichnis

Die ERP-Podcast-Folge im Überblick

Podcast

Der ERP Checker – ERP Podcast & ERP-KMU-Check

Folge

Einführung von ERP Systemen: Die größten Fehler & Zeitfresser im Mittelstand

Gast

Steve Eckmann, Senior ERP Consultant & Projektleiter, enterDATA

Dauer

47 Minuten

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Alle Kapitel aus dem ERP-Podcast

00:00 Intro – Steve Eckmann (enterDATA)
02:17 Wirtschaftspsychologie: der Mensch entscheidet über ERP
04:35 Sein erstes großes ERP Projekt (SAP S/4HANA)
06:55 Learning: zu großes Lastenheft bremst
09:13 Firmenverkauf mitten im Projekt & Management-Commit
12:18 Go-Live während Corona – remote
15:23 Wechsel in die Beratung: Fokus Mittelstand
16:54 Leistungsangebot enterDATA im Überblick
20:01 ERP-Rettung: Projekte in Schieflage
24:42 Warum ERP Auswahl & Lastenheft unterschätzt werden
28:33 Vorteil unabhängiger Beratung
33:53 Größte Fehlerquellen: Ressourcen & Key-User
36:12 Entscheidungsschwaches Management als Bremse
38:31 Nutzen: Transparenz & durchgängiger Belegfluss
41:35 IT-Sicherheit, NIS2 & Altsysteme
42:22 So kommst du mit enterDATA ins Gespräch
46:11 Fazit

5 ERP-Fehler aus der Folge: die größten Zeitfresser im ERP-Projekt

1. Das Lastenheft, das zum Bauchladen wird

Steve Eckmann hat sein erstes großes ERP-Projekt nicht als Berater geleitet, sondern als Verantwortlicher auf Kundenseite – eine SAP-S/4HANA-Einführung, in Gesamtverantwortung. Der Anforderungskatalog von damals war umfangreich. Zu umfangreich. Im Rückblick nennt er ihn einen „kompletten Bauchladen“: Selbst sauber nach Nice-to-have kategorisiert, führte er später vor allem zu Erklärungsbedarf gegenüber den Anbietern.

Sein Gegenmodell ist erfrischend unromantisch: Am Go-Live-Tag muss das Geschäft laufen. Bestellungen müssen möglich sein, Rechnungen müssen rausgehen, Produktionsaufträge müssen entstehen. Alles andere gehört in eine spätere Phase.

Mehr dazu ab Minute 6:55  →  Wie ein tragfähiges ERP-Lastenheft aussieht

2. Key-User, die es nur auf dem Papier gibt

Die häufigste Fehlerquelle ist keine technische. Es sind Ressourcen – und die Frage beginnt schon in der Auswahlphase: Wer sind eigentlich die Key-User? Idealerweise wählen genau die Menschen das System mit aus, die es später einführen. In der Praxis sind sie zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht einmal benannt.

Und wenn sie es sind, kommt die zweite Hürde: Der fachlich passende Key-User ist meist genau der, der ohnehin zu 120 Prozent im Tagesgeschäft steckt. Ohne Vertretung im Tagesgeschäft – im Zweifel durch eine befristete Einstellung – wird die Rolle zur Fiktion.

Mehr dazu ab Minute 33:53  →  Rollen und Ressourcen im ERP-Projektmanagement

3. Wenn der zugesagte Projekttermin verschiebbar wird

Ein ERP-Projekt im Mittelstand läuft gewöhnlich ein bis zwei Jahre. Die Zusage steht am Anfang – und hält oft acht Wochen. Dann fasert es aus, die Leute sind wieder im Tagesgeschäft gefangen, aus dem verbindlichen Termin wird „lass uns mal in zwei Wochen einen Workshop machen“.

Das Ergebnis ist nicht der große Projektabbruch. Es ist ein Projekt, das nie endet: Jede Verschiebung kostet mehr als die verlorene Woche.

Mehr dazu ab Minute 33:53  →  Phasen und Zeitplan einer ERP-Einführung

4. Wenn der Anbieter feststeht, bevor die Auswahl beginnt

Ein Muster, das Steve Eckmann wiederkehrend sieht: Fünf Anbieter werden angeschrieben, vier davon sind SAP-Partner. Weil im Hintergrund längst feststeht, wohin die Reise geht – die Ausschreibung ist dann Formsache.

Genau hier fehlt oft die Unabhängigkeit. Nicht als Marketing-Versprechen, sondern als Effekt im Raum: In unseren Workshops mit verschiedenen Lösungen kommen oft Mitarbeiter hinterher und sagen, sie hätten gar nicht gewusst, dass so etwas überhaupt möglich ist. Und die Belegschaft erlebt, dass jemand der Geschäftsführung zeigt, was der Markt sonst noch hergibt.

Mehr dazu ab Minute 28:33  → Vorteil unabhängiger Beratung

5. Ein Management, das nicht entscheiden kann

Der subtilste Zeitfresser der Folge. Ein Lenkungsausschuss, der von Sitzung zu Sitzung vertagt, bringt ein Projekt zuverlässig zum Stehen – irgendwann muss konfiguriert und konzeptioniert werden, und dafür braucht es Entscheidungen.

Steve Eckmanns Punkt ist dabei der interessantere: Entscheidungsschwäche ist selten Charakterfrage. Wenn kein sauberer Change-Request-Prozess existiert, keine Dokumentation, keine definierten Eskalationswege – dann kann die Geschäftsführung gar nicht entscheiden. Ein Gremium entscheidungsfähig zu machen, ist Teil unserer ERP-Projektleitung.

Mehr dazu ab Minute 36:12  → Entscheidungsschwaches Management als Bremse

 

Jetzt reinhören

→ Zur ganzen Folge: „Einführung von ERP Systemen: Die größten Fehler & Zeitfresser im Mittelstand“

Der ERP Checker führt regelmäßig Gespräche mit ERP-Beratern, Anwendern und Anbietern rund um Auswahl, Einführung, KI und Digitalisierung – auf YouTube, Spotify und Apple Podcasts.

Sie stehen selbst vor einer ERP-Auswahl?

Die Muster aus dieser Folge sind keine Einzelfälle – sie wiederholen sich. Und fast alle lassen sich vermeiden, wenn die Vorbereitung stimmt: klare Prozesse, ein Lastenheft mit Fokus, benannte Key-User, gesicherte Ressourcen.

Genau da setzen wir an. In einem unverbindlichen Erstgespräch sortieren wir gemeinsam, wo Sie stehen und was als Nächstes sinnvoll ist – ergebnisoffen und ohne Systemhaus im Rücken. Ihr Ansprechpartner bleibt dabei derselbe, vom ersten Termin bis ins Projekt.

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Dominik Kappel

Dominik Kappel ist Geschäftsführer und Head of Sales bei enterDATA. Er begleitet mittelständische Unternehmen bei ERP-Auswahl, Einführung und Projektleitung und unterstützt sie bei der Digitalisierung und strukturellen Optimierung ihrer Prozesse.

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